Die Proteste gegen den G20-Gipfel. Erfahrungsbericht, politische Bewertung und anarchistische Kritik

Ohne Zweifel waren die Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg ein großes Ereignis für die meisten bewegungslinken und linksradikalen Akteure in der BRD und darüber hinaus. Der polizeilich gewährte Ausnahmezustand im Schanzenviertel diente zur Rechtfertigung der massiven Gewalt der Polizei und ihres rechtswidrigen Handelns lange vor den Krawallen. Weiterhin zielte die öffentliche Diskussion im Anschluss auf die Aufrüstung und Entdemokratisierung dieses Staats im Staate; diente sie zur Delegitimierung jeglichen Protestes und eröffnete eine Hetzjagd gegen das konstruierte Feindbild „linksautonomer Gewalttäter“.

Doch was geschah eigentlich alles sonst noch in diesen Tagen im Gefahrengebiet Hamburg? Wer versammelte sich dort zum Protest, wie wurde dieser inszeniert, welche Kritik sollte daran vorgenommen werden und wie sind die Proteste insgesamt im Wahljahr 2017 einzuordnen und politisch zu bewerten?

Die Veranstaltung nimmt den medialen Diskurs im Anschluss zum Aufhänger, um einem Erfahrungsbericht Raum zu geben, eine anarchistische Kritik zu üben und die Folgen der Proteste zu besprechen. Eine Diskussion über die Legitimität von „Gewaltanwendung“ wird in diesem Zusammenhang aus Gründen nicht erfolgen. Teilnehmen können alle, die sich für das Thema interessieren, unabhängig davon, ob sie bei den Gipfelproteste waren oder nicht.

Einführungsworkshop zu Justizsystem, Strafe und Knast

Das moderne Justizsystem ist nicht älter als ein paar hundert Jahre. Massive Knastkomplexe, benutzt zur Bestrafung und Unterjochung von ungehorsamen Teilen der Gesellschaft, sind Alltag in kapitalistischen Ländern. Die Privatisierung der Knäste ändert das Konzept der Bestrafung in ein profitables Geschäft mit Gefangenen, welche heutzutage nicht nur Kleidung für Polizei und Militär herstellen, sondern auch in alltäglichen Bereichen von Lebensmittelherstellung, Autoteileproduktion bis zur Arbeit im Callcenter deines Internet-Providerseingesetzt werden.

In diesem Workshop möchten wir uns mit den verschiedenen Begriffen, die Knäste mit sich bringen, kritisch auseinander setzen. Wie erfahren wir dieses staatliche System von Gerechtigkeit? Welche gesellschaftlichen Ideen von Strafe existieren? Was sind andere Ansätze um mit sozialen Konflikten umzugehen? Gibt es überhaupt eine Alternative zu Knästen? Wir denken ja und wir hoffen die Türen der Knäste zu öffnen, indem wir über eine Zukunft mit leeren Zellen nachdenken.

Vielfältige Perspektiven jüdischen Lebens ausserhalb der Shoa und israelischer Staatspolitik

Vortrag mit anschliessender Diskussion zu Geschichten und Realitäten des jüdisch Seins. Als Anstoss, differenzierter über jüdische Menschen und ihre Gegenwart und Geschichte zu denken und als Kritik am Umgang und Stellenwert mit jüdischen Stimmen in unserer Politszene. Es geht darum, andere Perspektiven jüdischer Geschichte, Kultur und Lebens kennenlernen, ausserhalb von Shoa und israelischer Staatspolitik: Themen sind, wer sind jüdische Menschen, Jüdische POC und Mizrachim, jüdische Staatskritik von Chassidismus bis Anarchismus, feministische jüdische Ideen und Geschichten die Jüd_innen nicht als wehrlose Menschen, die schutzbedürftig sind sondern als Kämpfer_innen oder Revolutionär_innen oder Boxer_innen. Ein grosses Potpourri!
Der Workshop hat eine anti-zionistische innerjüdische Perspektive und wird nicht der Raum für nicht-jüdische Anti-Deutsche sein, ihre thematischen Akzente zu setzen. Er wird auch kein Raum sein für nicht-jüdische Menschen, auf jüdische Staatskritik mit anti-israelischen Ressentiments aufzusatteln, um ihre antisemitische Ideologie zu rechtfertigen und zu propagieren.
Es geht darum jüdische und somit unterdrückte Perspektiven wahrzunehmen. Es bleibt kompliziert.

Die vorbereitende Person ist weiblich sozialisert, trans*, weiss, anarchistisch geprägt, ashkenazi jüdisch, lebt in der Diaspora, gut gebildet ,… ,… Ich spreche Deutsch/English, und Französisch und kann mir vorstellen Teil einer gemischt sprachliche Diskussion zu sein. Der Vortrag selber hat deutsche und englische Teile, es ist im Moment von mir keine Uebersetzung geplant.

Einladung LiTa 2017

Auch dieses Jahr wollen wir während der Libertären Tage gemeinsam unsere politischen Ideen teilen, hinterfragen und weiterentwickeln. Wir laden alle an anarchistischen Gedanken interessierte Menschen ein, egal ob ihr schon viel oder noch nichts darüber wisst.

Die Anarchistische Idee steht für eine freie, gleiche und solidarische Gesellschaft, direkte Aktion, zivilen Ungehorsam, lebendige Kollektive, Bildungsarbeit und vieles mehr. Sie trit für eine Welt ohne Staaten, Herrschaft und ohne jegliche Form der ökonomischen, politischen und persönliche Unterdrückung ein.

Auf dem Programm stehen Vorträge, Workshops, Filme, Partys mit anarchistischem Hintergrund.

Wir wählen die Anarchie!

Das Programm für die Libertären Tage wird fortlaufend aktualisiert.

Das waren die Libertären Tage 2016!

Eine Woche voller Workshops, Diskussionen, Vorträgen und Filmen, die anarchistische Ideen und Theorien im gesellschaftlichen Kontext betrachtet haben, ist zu Ende gegangen. Wir freuen uns sehr über euer Feedback und die vielfältige Teilnahme am gebotenem Programm sowie den Diskussionen und hoffen es hat euch auch gefallen. Einige Fotos findet ihr hier.

Vielen Dank an alle, die die Libertären Tage unterstützt haben, sei es durch inhaltliche Beiträge, zur Verfügung gestellte Räume und Technik oder einfach helfende Hände, wann immer sie gebraucht wurden – ohne euch hätten die Libertären Tage so nicht stattfinden können!

Wir haben die Tage bereits revue passieren lassen und für uns als Organisator*Innen viele wichtige Erkenntnisse und Ideen gesammelt, wie Vorbereitung und Durchführung für die nächsten Libertären Tage noch besser laufen könnten. Trotzdem würde uns, in Vorbereitung auf das nächste Jahr, interessieren: Was hat euch gefallen und was hat euch nicht gefallen? Was wollt ihr uns gerne noch sagen, welches Feedback ist euch wichtig?

Wir sind fest entschlossen die Libertären Tage auch nächstes Jahr mit euch durchzuführen und würden uns freuen, euch nächstes Mal in der Vorbereitung begrüßen zu können. Dazu wird es im Frühjahr 2017 voraussichtlich das erste Vorbereitungstreffen geben.

Da wir für die Vorbereitung doch einige Ausgaben hatten und momentan die Spenden nicht ausreichen um die Kosten zu decken, würden wir uns über weitere Spenden freuen.

Für Feedback, Interesse an den nächsten Vorbereitungen und Spenden schreibt uns doch einfach eine Mail.

Bis nächstes Jahr!

Eure Organisator*Innen!

Aktuelle Situation zur Repression in Polen

On the night of May 23rd, the police in Warsaw arrested three anarchists on charges of an alleged arson attempt of a police vehicle. The three were transferred to a remand prison where they are to be held in custody for at least six months,awaiting trial and they are treat as “the most dangerous” what means single cells, limited contact with familly, limitted access to letters, etc. They face up to 8 years in prison. Whole media in Poland frenzy broke out over the arrest and called them “terrorists”. Everything happend few weeks before new “Anti-terrorist” Act entered into force in Poland.

proletarian parade

Anarchie ist machbar – in Schule, Betrieb und Nachbarschaft

Eine befreite Gesellschaft ohne Staat, Patriarchat und Kapitalismus ist möglich. Wir können Verhältnisse schaffen, in denen wir nicht herrschen oder beherrscht werden müssen, sondern in denen wir leben können. Auch wenn die hässlichen Realitäten uns oft ohnmächtig fühlen lassen – wir sind es nicht! Viele tausende Menschen helfen sich in solidarischen und kämpferischen Gemeinschaften gegenseitig, um in den bestehenden Verhältnissen für bessere Lebensbedingungen zu kämpfen. Anarchosyndikalistische Basisgewerkschaften treten gegen Nazis, Vermieter_innen, Bosse und Behörden an um Freiräume für ein entspannteres Leben zu schaffen. Gleichzeitig zielen sie wie andere Organisationen, u.a. das Mietshäusersyndikat darauf ab, Grundsteine einer neuen Welt in der Schale der alten zu legen. Solche Praxen werden umso wirksamer, je mehr Menschen sie teilen. Wir können uns nicht auf kleine, exklusive Kreise beschränken, das Ziel bleibt ja schließlich eine solidarische Gesamtgesellschaft. Darum wollen wir uns und unsere Ideen anlässlich der Libertären Tage in der Stadt zeigen. Und aus diesem Grund wollen wir einmal mehr in diesem Jahr durch Stadtteile ziehen, die von emanzipatorischer Politik bisher wenig berührt wurden. Wir wollen Menschen Lust auf Engagement in anarcho(syndikalistischen) Strukturen machen und auf aktuelle Kämpfe hinweisen. Wir möchten mit einer kraftvollen, kleinen Demo die Stadtteile Löbtau, Friedrichstadt und Seevorstadt kreuzen, Flyer verteilen und neue Diskussionen in diese Stadtteile tragen.
Wir legen euch ans Herz, mitzukommen!
Es ist eine Prolet_innen-Parade, also nehmt Gegenstände mit, mit denen ihr arbeitet, seien es Wischmopp, Spachtel, Papierordner oder Windel. Kommt auch gern in der Kleidung, mit der ihr an die Arbeit, zur Schule oder zum Jobcenter geht.
Wir sehen uns…
am Freitag, dem 16.09.2016 um 17:30 Uhr
an der Löbtau Passage (Kesselsdorfer Str. / Tharandter Str.)

anarchy is possible – in school, workplace and neighbourhood

A free society without state, patriarchy and capitalism is possible. We can create conditions in which we neither rule nor are under any form of government or oppression, but in which we can live. Even if the disgusting realities make us feel powerless – we are not!
Many thousand of people help each other in solidary and/or militant communities, to fight under existing conditions for a better life. Anarchosyndicalist grassroot-unions stand against nazis, landlords, bosses and public authorities to create free spaces. At the same time they aim to prepare a basis for a new world inside of the old, as other organisations do too, e.g. “Mietshäusersyndikat”. Such practices become more effective the more people are involved. We can not limit us to small exclusive circles since the overreaching goal remains a solidary society. In occasion of “Libertäre Tage” we want to achieve presence of our ideas in Dresden. To that reason we’ll once more demonstrate through neighbourhoods which are rarely in touch with emanzipatoric politics. We aim to make people excited about anarcho(syndicalistic) structures and to point on recent struggles. With a small but powerful march through Löbtau, Friedrichstadt and Seevorstadt we like to spark discussions in those quarters.
Be part of it!
It’s a prole’s parade, so bring things you work with. If it is a dust mop, trowel, paper folder or diaper. You can also dress like going to work, to school or to the jobcenter.
See you…
Friday, September 16th, 17:30 pm
at Löbtau Passage (Kesselsdorfer Str. / Tharandter Str.)

Warum mich die DDR angekotzt hat …

Ich möchte euch meine individuelle Geschichte einer politischen Aktivistin erzählen. Was hat mich damals motiviert mich gegen das System zu stellen und welche Konsequenzen hatte das für mich.

Der Postanarchismus als Perspektive erneuerten anarchistischen Denkens

(Vortrag & Diskussion)

Der sogenannte Postanarchismus, welcher seit der Jahrtausendwende in der anarchistischen Szene thematisiert wird, stellt eine Erneuerung anarchistischen Denkens durch poststrukturalistische Theorien dar. Auch mit Bezug auf „klassische“ Anarchist_innen wie Gustav Landauer und Max Stirner wurde dabei von einigen Autor_innen der Versuch unternommen, über dogmatische Setzungen und veraltete Verständnisse (beispielsweise von „Staat“, „Revolution“, „Individuum“, „Menschenbild“) hinaus zu kommen. Derartige Neuerungen im anarchistischen Denken waren dringend
notwendig und sind im deutschsprachigen Raum trotzdem noch nicht allgemein verbreitet.

Der Vortrag ist eine Einführung in postanarchistische Grundgedanken. Die
Begriffe “Subjekt”, “Widerstand” und “Emanzipation” sollen dazu dienen,
grundsätzlich über unsere politischen Vorstellungen nachzudenken, sie gemeinsam weiter zu entwickeln und kontrovers zu diskutieren.

Anarchosyndikalistische Perspektiven für Dresden

Im Vortrag werden Argumente für die Organisation verschiedenster politischer und sozialer Belange in anarchosyndikalistischen Föderationen vorgebracht. Danach wird anhand der konkreten städtischen
Situation dargestellt, was sich bei Unterstützung der FAU in den nächsten Jahren in Dresden tun könnte. Anschließend erhoffen wir uns kritische Diskussionen.