Das waren die Libertären Tage 2016!

Eine Woche voller Workshops, Diskussionen, Vorträgen und Filmen, die anarchistische Ideen und Theorien im gesellschaftlichen Kontext betrachtet haben, ist zu Ende gegangen. Wir freuen uns sehr über euer Feedback und die vielfältige Teilnahme am gebotenem Programm sowie den Diskussionen und hoffen es hat euch auch gefallen. Einige Fotos findet ihr hier.

Vielen Dank an alle, die die Libertären Tage unterstützt haben, sei es durch inhaltliche Beiträge, zur Verfügung gestellte Räume und Technik oder einfach helfende Hände, wann immer sie gebraucht wurden – ohne euch hätten die Libertären Tage so nicht stattfinden können!

Wir haben die Tage bereits revue passieren lassen und für uns als Organisator*Innen viele wichtige Erkenntnisse und Ideen gesammelt, wie Vorbereitung und Durchführung für die nächsten Libertären Tage noch besser laufen könnten. Trotzdem würde uns, in Vorbereitung auf das nächste Jahr, interessieren: Was hat euch gefallen und was hat euch nicht gefallen? Was wollt ihr uns gerne noch sagen, welches Feedback ist euch wichtig?

Wir sind fest entschlossen die Libertären Tage auch nächstes Jahr mit euch durchzuführen und würden uns freuen, euch nächstes Mal in der Vorbereitung begrüßen zu können. Dazu wird es im Frühjahr 2017 voraussichtlich das erste Vorbereitungstreffen geben.

Da wir für die Vorbereitung doch einige Ausgaben hatten und momentan die Spenden nicht ausreichen um die Kosten zu decken, würden wir uns über weitere Spenden freuen.

Für Feedback, Interesse an den nächsten Vorbereitungen und Spenden schreibt uns doch einfach eine Mail.

Bis nächstes Jahr!

Eure Organisator*Innen!

Aktuelle Situation zur Repression in Polen

On the night of May 23rd, the police in Warsaw arrested three anarchists on charges of an alleged arson attempt of a police vehicle. The three were transferred to a remand prison where they are to be held in custody for at least six months,awaiting trial and they are treat as “the most dangerous” what means single cells, limited contact with familly, limitted access to letters, etc. They face up to 8 years in prison. Whole media in Poland frenzy broke out over the arrest and called them “terrorists”. Everything happend few weeks before new “Anti-terrorist” Act entered into force in Poland.

proletarian parade

Anarchie ist machbar – in Schule, Betrieb und Nachbarschaft

Eine befreite Gesellschaft ohne Staat, Patriarchat und Kapitalismus ist möglich. Wir können Verhältnisse schaffen, in denen wir nicht herrschen oder beherrscht werden müssen, sondern in denen wir leben können. Auch wenn die hässlichen Realitäten uns oft ohnmächtig fühlen lassen – wir sind es nicht! Viele tausende Menschen helfen sich in solidarischen und kämpferischen Gemeinschaften gegenseitig, um in den bestehenden Verhältnissen für bessere Lebensbedingungen zu kämpfen. Anarchosyndikalistische Basisgewerkschaften treten gegen Nazis, Vermieter_innen, Bosse und Behörden an um Freiräume für ein entspannteres Leben zu schaffen. Gleichzeitig zielen sie wie andere Organisationen, u.a. das Mietshäusersyndikat darauf ab, Grundsteine einer neuen Welt in der Schale der alten zu legen. Solche Praxen werden umso wirksamer, je mehr Menschen sie teilen. Wir können uns nicht auf kleine, exklusive Kreise beschränken, das Ziel bleibt ja schließlich eine solidarische Gesamtgesellschaft. Darum wollen wir uns und unsere Ideen anlässlich der Libertären Tage in der Stadt zeigen. Und aus diesem Grund wollen wir einmal mehr in diesem Jahr durch Stadtteile ziehen, die von emanzipatorischer Politik bisher wenig berührt wurden. Wir wollen Menschen Lust auf Engagement in anarcho(syndikalistischen) Strukturen machen und auf aktuelle Kämpfe hinweisen. Wir möchten mit einer kraftvollen, kleinen Demo die Stadtteile Löbtau, Friedrichstadt und Seevorstadt kreuzen, Flyer verteilen und neue Diskussionen in diese Stadtteile tragen.
Wir legen euch ans Herz, mitzukommen!
Es ist eine Prolet_innen-Parade, also nehmt Gegenstände mit, mit denen ihr arbeitet, seien es Wischmopp, Spachtel, Papierordner oder Windel. Kommt auch gern in der Kleidung, mit der ihr an die Arbeit, zur Schule oder zum Jobcenter geht.
Wir sehen uns…
am Freitag, dem 16.09.2016 um 17:30 Uhr
an der Löbtau Passage (Kesselsdorfer Str. / Tharandter Str.)

anarchy is possible – in school, workplace and neighbourhood

A free society without state, patriarchy and capitalism is possible. We can create conditions in which we neither rule nor are under any form of government or oppression, but in which we can live. Even if the disgusting realities make us feel powerless – we are not!
Many thousand of people help each other in solidary and/or militant communities, to fight under existing conditions for a better life. Anarchosyndicalist grassroot-unions stand against nazis, landlords, bosses and public authorities to create free spaces. At the same time they aim to prepare a basis for a new world inside of the old, as other organisations do too, e.g. “Mietshäusersyndikat”. Such practices become more effective the more people are involved. We can not limit us to small exclusive circles since the overreaching goal remains a solidary society. In occasion of “Libertäre Tage” we want to achieve presence of our ideas in Dresden. To that reason we’ll once more demonstrate through neighbourhoods which are rarely in touch with emanzipatoric politics. We aim to make people excited about anarcho(syndicalistic) structures and to point on recent struggles. With a small but powerful march through Löbtau, Friedrichstadt and Seevorstadt we like to spark discussions in those quarters.
Be part of it!
It’s a prole’s parade, so bring things you work with. If it is a dust mop, trowel, paper folder or diaper. You can also dress like going to work, to school or to the jobcenter.
See you…
Friday, September 16th, 17:30 pm
at Löbtau Passage (Kesselsdorfer Str. / Tharandter Str.)

Der Postanarchismus als Perspektive erneuerten anarchistischen Denkens

(Vortrag & Diskussion)

Der sogenannte Postanarchismus, welcher seit der Jahrtausendwende in der anarchistischen Szene thematisiert wird, stellt eine Erneuerung anarchistischen Denkens durch poststrukturalistische Theorien dar. Auch mit Bezug auf „klassische“ Anarchist_innen wie Gustav Landauer und Max Stirner wurde dabei von einigen Autor_innen der Versuch unternommen, über dogmatische Setzungen und veraltete Verständnisse (beispielsweise von „Staat“, „Revolution“, „Individuum“, „Menschenbild“) hinaus zu kommen. Derartige Neuerungen im anarchistischen Denken waren dringend
notwendig und sind im deutschsprachigen Raum trotzdem noch nicht allgemein verbreitet.

Der Vortrag ist eine Einführung in postanarchistische Grundgedanken. Die
Begriffe “Subjekt”, “Widerstand” und “Emanzipation” sollen dazu dienen,
grundsätzlich über unsere politischen Vorstellungen nachzudenken, sie gemeinsam weiter zu entwickeln und kontrovers zu diskutieren.

Anarchosyndikalistische Perspektiven für Dresden

Im Vortrag werden Argumente für die Organisation verschiedenster politischer und sozialer Belange in anarchosyndikalistischen Föderationen vorgebracht. Danach wird anhand der konkreten städtischen
Situation dargestellt, was sich bei Unterstützung der FAU in den nächsten Jahren in Dresden tun könnte. Anschließend erhoffen wir uns kritische Diskussionen.

Workshop & Diskussion zu gemeinschaftlicher Organisation

Vorweg: Bitte meldet euch per Mail bei uns vorher kurz an, damit der Workshop entsprechend vorbereitet werden kann.

Wer schon einmal die Erfahrung mit Gruppen gemacht hat, weiß, dass Gruppen und Konflikte zusammen gehören. Oftmals werden Konflikte in Gruppen als lästige Störung empfunden, die es zu vermeiden gilt. Doch Konflikte haben auch eine konstruktive Kehrseite: sie können gleichzeitig Chancen für eine positive Weiterentwicklung der Gruppe sein, wenn dieBeteiligten bereit sind, aus den Konflikten zu lernen.
Wie ist es möglich verschiedenen Konfliktursachen auf den Grund zugehen und etwaige Sündenbock-Konstruktionen zu entlarven?  Zur Auswahl stehen folgende (Konflikt-) Themen und (einige hier schon angeführte) Fragestellungen:

ThemaVerantwortung/Arbeitsteilung bzw. Kompetenz/Hierarchie:
In wie fern legen externe Abhängigkeiten eine Hierarchisierung der Verantwortungsbereiche und damit eine Ungleichheit innerhalb der Gruppe nahe?
In wie fern wird bei der Arbeits(ver-)teilung auf durch Sozialisation und Qualifikation erworbene Kompetenzen zurückgegriffen?  Können alle alles machen?
Austausch über Prozeduren und Regelungen, wie Arbeit genommen und gegeben wird.
Wie werden bestimmte Arbeitsbereiche/Aufgaben von der Gruppe bewertet?

Thema Anspruch/Wirklichkeit:
In wie weit fungieren Ansprüche als identitätsstiftendes Merkmal der Gruppe und/oder als Abgrenzung zu anderen Gruppen?
In wie weit bleiben einmal proklamierte Ansprüche unantastbar und individuellen Interpretationen überlassen?
Austausch über „Operationalisierungen“ (Regelungen/Prozeduren/…) als Gradmesser für Übereinstimmung, Verwirklichung und Veränderung der Ansprüche

Thema Beziehungs-/Sachebene bzw. Liebesbeziehungen:
Inwiefern vermeidet eine falsche Versachlichungsstrategie die Auseinandersetzung mit Beziehungskonflikten? Bzw. andersrum?
Was für eine Auswirkung haben Liebes-/Paarbeziehungen auf das Funktionieren bzw. die Stabilität der Gruppe?
Wie können negativen Auswirkungen durch unmittelbare Verknüpfung des Schicksals einer Liebesbeziehung und der Gruppe entgegen gewirkt werden?

In dem Workshop wird versucht ein paar neue Möglichkeiten zuerarbeiten, Konflikten durch kreatives Denken und Handeln zubewältigen.
Möglicherweise können so in Zukunft Konfliktpotentiale aufgespürt, benannt und in der Gruppe bearbeitet werden.
Dieser Workshop richtet sich v.a. an Gruppen vor/in der Gründungsphase, aber auch Gruppen in fortgeschrittenen Phasen können dazu befähigtwerden, die eigene (Konflikt-)Situation selbst untersuchen zu können.

 

Workshop and discussion on community organizationEveryone who has worked in a team before knows that “a group of people” and “conflicts” go together. Too often these problems are seen as annoying and getavoided, but conflicts can have a positive flipside: we can look at them as a possibility to grow and further development together as a group, that is, if the members are up to learn from them. How is it possible to reach the real issue in every conflict and avoid to just find people to be blamed for? The following topics are available to choose from:

Responsability/Work distribution or Competence/HierarchyHow much do external dependencies make it possible to develop a hierachy within the divisions of responsabilities and thus an imbalance inside a group?

How much does actual qualifications and social skills influence the distributionof tasks? Is everybody able to do everything?

Discussion over procedures and regulations about how can tasks be taken and given, how are particular areas of work/tasks evaluated by the group?

Aspirations/Reality   How much do aspirations work as common feature within a group and/or a point of division from other groups?How often are old aspirations untouchable and individual inputs left aside or forgotten? Discussion over “Operationalization” (regulations/procedures/…) as an indicator of consensus, implementation and modification of the aspirations.

Romantic relationships within a groupHow does the wrong strategy of being objetive actually avoids the confrontation of conflicts in relationships? and the other way around?

How much do romantic couples affect/influence the stability of the group?

How is it possible to counteract negative impacts that could result from the fate of the relationship and thus with fate of the group?

During the workshop there will be the possibility to explore new options to resolve conflicts using creative thinking and how to manage in order to overcome them. 
Potential conflicts in the future could be tracked down and worked.
The workshop is directed primarly to new groups in a foundation phase but already well-formed groups can beneficiate from it by trying to resolve their already known or recurrent conflicts. 

Anarchosyndikalismus auf dem Land

Organisierte außerparlamentarisch-linke Bewegung auf dem Land ist für viele in Deutschland undenkbar. Dabei zeigen schon jetzt einige Beispiele, dass es auch anders geht. Wir wollen eine Idee von anarchosyndikalistischer Bewegung abseits der urbanen Zentren skizzieren
und auf die besonderen Erfordernisse und Probleme eingehen. Gleichzeitig stellen wir die Spendenkampagne für ein libertäres Zentrum im Elbsandseingebirge und die sonstige Arbeit der Schwarz-Roten Bergsteiger_innen als praktischen Startpunkt für weitere Experimente vor.

Grundthesen des Anarchosyndikalismus

Anarchosyndikalismus – Warum es möglich und nötig ist die Verhältnisse grundlegend zu ändern. Der Vortrag erklärt die Organisationsweise von Föderationen wie der FAU und vermittelt die zu Grunde liegenden Thesen und Ideen. Gleichzeitig blickt er über den aktuellen Zustand der
anarchosyndikalistischen Bewegung hinaus und formuliert mittelfristigeund langfristige Ziele. Dabei wird deutlich gemacht, dass weder Reformismus, noch die “Diktatur des Proletariats” etwas anderes gebären können als Entmündigung und Ausbeutung des Großteils der Gesellschaft. Unser Ansatz liegt dagegen in Bildung, Transparenz und freier Vereinigung.

Workshop: Einführung in Anarchismus

Anarchie wird oft mit “Chaos” gleichgesetzt und viele Menschen können sich nicht vorstellen was “Anarchismus” überhaupt ist. Daher möchten wir einen kleinen Einblick in anarchistische Geschichte liefern und einige bedeutende Strömungen aufzeigen. So können wir uns gemeinsam einen Überblick über anarchistische Ideen verschaffen. Achtung: Dieser Einführungsworkshop richtet sich an Menschen, denen das Thema absolut fremd ist.

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